„Stille“: das wünschten sich die TeilnehmerInnen unseres Winterretreats zum Thema „Presence“. Das Bedürfnis nach Ruhe, zu sich kommen, einfach zu Sein ist mittlerweile fast so groß wie der Wunsch nach Erfolg, Karriere und Wichtigsein. Immer mehr Menschen kommen auf die Idee, dass in der Ruhe eine große Kraft liegt und das Leben lebendiger und erfüllter wird, wenn man ihm mit Klarheit und Wachheit begegnet.

„Der Tag hat sich wie eine Woche angefühlt – im positiven Sinn“ war das Feedback nach dem zweiten Retreattag. Warum ist das so? Weil sich die Zeit dehnt, wenn man ihr Raum gibt und zusammenpresst wenn man im Druck und Stress lebt. Zeit ist relativ. Das bewusste Wahrnehmen der äußeren und inneren Welt lenkt unsere Aufmerksamket von Ablenkungen aller Art (Ängste, Vergangenheit, Zukunft, Ärger, fruchtlose Gedanken, Social Media) auf das direkte Erleben des Lebens an sich. Wir rennen dann nicht mehr dem Leben und der Zeit hinterher, sondern wir SIND das Leben selbst.

Die „Mittwinterzeit“ von Weihnachten bis Heilige Drei Könige ist ein idealer Zeitpunkt, die erholsame Langeweile zu zelebrieren und der Seele eine Pause zu gönnen.

Ich schreibe eine Kolumne für den Newsletter der Uni Wien. Das ist mein Weihnachtsbeitrag.