10 Tage Oman

Der Oman ist eines der Länder, das ich unbedingt sehen wollte – so wie Brasilien, Russland, Norwegen, Japan, Kolumbien, Namibia, die Galapagos Inseln, Australien, Island und viele weitere Orte auf meiner endlosen Liste und es klingt nach Tausend und einer Nacht und nach den phantastischen Bildern des Morgenlandes.. Von unsre jungen Liebe zum Weihrauch gelockt und inspiriert von wunderbaren Dokus über den Oman zieht es uns um Ostern unwiderstehlich nach Arabien – ins Morgenland.

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Daher habe ich gemacht, was ich dann immer tue: zuerst meinen Mann gewinnen, was nie schwer ist. Dann einen Flug buchen, dazu eine erste Nacht in Muskat im Hotel, Christian kümmert sich dann traditionell um das Mietauto, die Reiseführer und anderes Zubehör, wie z.B. ein Zelt, da man im Oman angeblich herrlich wild campen kann. Ich hatte zwar noch nie gecampt zuvor, aber genau das hatte auch einen Reiz für mich. Also auf gehts.

Muskat Airport 

IMG_2201Oder Mascat, wie es dort so heißt, ist die Hauptstadt des Oman. Wir landen dort am Abend, nach einem relativ OK Flug in einem erstaunlich schäbigen Swiss Air Flugzeug. Dafür war der Flughafen brandneu, Glänzen, Leuchten und Glitzern in allen Ecken, er wurde erst 3 Tage vor unserer Ankunft eröffnet – Willkommen im Morgenland!

 

Wir würden noch viele sehr neue Gebäude sehen, der Oman ist ein Land im Aufbau,  direkt von einer archaischen Gesellschaft und Lebensform ins digitale Zeitalter klug geführt und geschlittert gleichzeitig. Gas und Tourismus spülen Geld ins Land. Der Oman ist eines der dünnst besiedelten Länder der Welt, mit 4,4 Mio Einwohnern auf einer Fläche von Deutschland mit 82 Mio Einwohnern. Aber man hat viel vor, die Infrastruktur ist für Generationen angelegt, man fährt zum Teil alleine auf 8-10 spurigen Autobahnen, das ist etwas ungewohnt.

 

Misfat al Abriyyin – Im Lieblingsdorf des geliebten Sultan

Nach einer ersten uninspirierenden Nacht in einem seelenlosen Hotelkasten an der Peripherie Muscats brechen wir auf in Richtung Berge – nach Misfat al Abriyyin. Ein wunderschönes altes Dorf inmitten vieler Sehenswürdigkeiten, wie dem Jebel Jams, dem höchsten Berg des Landes, der alten Hauptstatt Nizwa und dem Sayq Hochplateau.

Die Fahrt führt durch eine wunderliche Landschaft aus bizarren Bergformationen bevor wir das Dorf erreichen. Der Oman ist geologisch sehr alt und interessant, vor allem aber ungewöhnlich. Viele der Berge sind nicht aus den typischen Vulkanausbrüchen oder geologischen Verschiebungen und Verwerfungen entstanden, sondern indem sich der Meeresboden gehoben und sich die eine Kontinentalplatte über die andere geschoben hat. Diese Meeresgrundberge sehen für mich aus, wie gegeneinander verschobene Drachenschwänze oder Haifischzähne.

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Misfat al Abriyyin ist eines der alten Lehmdörfer, die nach und nach verlassen werden zugunsten von neu entstehenden Siedlungen mit modernen Villen, die nun aus klimatisch sehr ungünstigen Betonplatten gebaut sind, dafür aber mit Klimaanlage (Sommer sauheiß), Heizung (Winter saukalt), Fließwasser und Strom. Natürlich viel bequemer, wer will heutzutage schon in Lehmbauten wohnen und das Wasser vom Dorfbrunnen holen.

 

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Der Ort liegt gigantisch schön auf einem Bergrücken inmitten eines Palmenhains und einer seit Ewigkeiten kultivierten Landwirtschaft. Die Omanis haben es schon sehr früh verstanden ausgeklügelte Bewässerungssysteme zu bauen – Faladsch –  und damit karge Berggegenden über viele Generationen hinweg in Terrassen kultiviert und landwirtschaftlich nutzbar gemacht. Es ist kaum vorstellbar, wenn man durch karstige Bergstraßen fährt und sich fragt, wo denn jetzt dieser paradiesisch grüne Ort aus dem Reiseführer sein soll. Aber hinter der Bergkuppe findet man sich dann in einer riesigen grünen Oase wieder: Palmenhaine, in deren Schatten Mangos, Bananen und Avocadobäume wachsen, in deren Schatten wiederum Getreide wächst. Dazwischen die kleinen Bewässerungskanäle, wie Adern. Aus der großen Hitze an diesen herrlich erfrischenden Ort kommend können wir kaum fassen, wie schön es hier ist. Wir machen einen Spazierrundgang und bleiben alle 2 Schritte mit offenem Mund staunend stehen, wow.

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Später folgen wir dann noch einer der Wasseradern bis zur Quelle, durch gigantische Gesteinsbrocken hindurch, magische Momente wie nicht von dieser Welt.

IMG_2229Am Ende lassen wir dann die Füße im Wasser baumeln, überall anders hätten wir uns nackt ausgezogen und wären ins Wasser gesprungen, aber nicht so im Oman. Das ist wirklich streng verboten, überall sieht man Hinweisschilder mit der dringenden Bitte, sich anständig zu kleiden und zu verhalten, was bei Touristen nur bedingt nützt. Die Männer lieben einfach ihre Shorts, die Frauen ihre Trägerleibchen und Bikinis, obwohl die ausdrücklich verboten sind, mit dem Hinweis: es ist eine echte Kränkung für die Locals, aber das stört keinen großen Geist, denkt sich der Deutsche, Franzose, Italiener, Amerikaner – bemerkenswert wie ungeniert respektlos die Horde sich gebiert. Ich kenne diese Kleidervorschriften schon aus Indien und Marokko und habe entsprechende Kleidung mit, glaube ich jedenfalls. Bis zum Besuch der großen Moschee.

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Unser Guesthouse ist ein renoviertes Lehmhaus, das die Enkel von ihrem Großvater übernommen haben und nun so betreiben, damit das Dorf nicht ausstirbt. Es ist eines der ganz wenigen gemütlichen und privaten Guesthouses, das wir auf unserer Reise sehen. Sonst gibt es nur Hotels, alles zwischen einfach/schäbig und teuer/luxuriös.

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Omanischer Kaffee 

Im Guesthouse bekommen wir die obligatorischen Datteln mit Kaffee: aus Höflichkeit muss man zumindest jeweils eine Dattel nehmen und eine Tasse Kaffe aus einer fingerhutgroßen Tasse trinken. Jetzt versteht man auch, warum die Omanischen Kaffeekannen so lange dünne Schnäbel haben, sonst würde man da nie reintreffen. Was dem Marokkaner der “the a la menthe” ist, ist dem Omani sein dünner, labriger Kaffee, wenn ich das aus meiner Espressoperspektive sagen darf. Zuerst glaubt man, es ist Tee, so blass ist die Farbe, aber der Geschmack weist dann doch auf Kaffe hin, annähernd. Wir werden keine großen Freunde werden, auch nicht über die Zeit. Hinzu kommt, dass die Omani den ganzen Tag Kaffe trinken und alle Gäste bewirten, die vorbei kommen. Und so werden die kleinen Tassen immer Vorort in einer kleinen Wasserschüssel ausgewaschen, also einmal kurz durchgezogen, bevor der nächste sie bekommt.

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Jebel Shams – “Da lässt sich die Erde in die Karten schauen”

Der Spitze des höchsten Berges des Oman ist ein Hochplateau, von dem man in eine gigantische Schlucht blicken kann “dort lässt sich die Erde in die Karten schauen”, sagt der Dumont Reiseführer etwas pathetisch. Fast am Gipfel werden wir aufgehalten, also mit unserem Auto könne man da nicht rauf, da brauche man schon einen 4-wheel Drive, den man mit Fahrer um schlanke 20 Euro mieten könne, eine recht übertriebene Summe, wie wir später draufkommen, aber wir wissen es nicht besser.

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Wir fahren also über eine perfekte Straße, mit Fahrer und 4 wheeldrive und bis zum Gipfel kann ich keine schwierige Straßensituation erkennen, außer, dass ein kurzer Abschnitt nicht betoniert ist. Der Vorteil ist, dass wir Erklärungen zum Berg bekommen und der Fahrer plötzlich auf einem Felsvorsprung sitzt unter dem es 1000 Meter senkrecht in die Tiefe geht. Wir dagegen bleiben in einem großen Respektsabstand zum Rand des Hochplateaus stehen, das ist echt unheimlich dort.

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Nizwa

Nizwa ist die alte Hauptstadt des Oman, in ihr befindet sich eine der unzähligen befestigten Burgen des Landes, die bis vor kurzen noch voll in Betrieb waren: ständig gab es Krieg, Stammesfehden und Überfälle, man musste Burgen bauen, in denen das ganze Dorf oder Stadt Zuflucht finden konnte. Mittelalterliche Zustände bis weit in 20. Jahrhundert: das Leben war nicht nur sehr hart, sondern auch sehr gefährlich.

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Von den alten Städten ist auch nicht mehr viel zu sehen:  entweder schon längst und vielfach zerstört oder geschliffen zugunsten von neuen modernen Bauten, wie der Souk von Nizwa, der völlig neu gebaut wurde, oder das alte Muskat, in dem jetzt das neue Regierungsviertel vom Reißbrett aus geplant steht. Wenn man so charmante alte Städte erwartet wie etwa in Marokko, dann wird man enttäuscht. Die Städte sind eher amerikanisch als orientalisch.

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Nizwa steht inmitten einer Palmenoase und diesen Drachenbergen, die hinter den Burgzinnen hervortreten, der Anblick bei Sonnenuntergang ist herzöffnend. Dies hier ist das Morgenland, aus dem die heiligen 3 Könige kamen und immer wieder umfängt mich tatsächlich so ein erhabenes Gefühl, in einem mythischen Märchenland zu sein, das Land, das die Landschaften in 1001 Nacht inspiriert hat.

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In Nizwa gibt es ein reges Sozialleben auf den Straßen, das vor allem von Männern bestritten wird… die Frauen treffen sich in den Häusern, hinter hohen Mauern, aus denen die Palmen hervorragen..

 

Die Burkas der Beduinenfrauen

Hier sehen wir zum ersten Mal Frauen mit den typischen Burqa der Beduinenfrauen (da sich die Menschen nicht gerne fotografieren lassen, hier ein Bild aus dem Nationalmuseum), die ganz spezielle Formen haben. Die Frauen tragen diese gerne und mit Stolz, schützt sie doch nicht nur vor Sonne und Sand sondern zeigt auch den sozialen Status einer Frau an. Die Religion spielt hier eine untergeordnete Rolle. Im Oman ist Religion Privatsache und der Islam in sehr eigenständiger und liberaler Form praktiziert. “Wir tragen die Burqa nicht, weil es schamvoll ist, sich ohne sie zu zeigen, sondern weil es schön ist, sich mit ihr zu zeigen.”

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Tropfsteinhöhle

In unserem Reiseführer  lesen wir, dass man unbedingt die Tropfsteinhöhle von Nizwa besuchen muss. Die Bahn zum Eingang ist von österreichischen Ingenieuren gebaut, man höre und staune. Tatsächlich fahren wir ca 130 Meter in einer vollautomatisierten Bahn, so eine die man üblicherweise nutzt, um von Terminal A zu Terminal B zu kommen, nur dass diese hier völlig unnötig scheint. Man hätte einfach den kurzen Weg zu Fuß zurücklegen können. Die Tropfsteinhöhle ist für eine gelernte Österreicherin auch recht enttäuschend, eher hässlich sogar. Der Guide schreit auf arabisch herum, gefühlt jeweils eine halbe Stunde um dann zwei Sätze auf Englisch zu sagen. Ich erinnere mich an die Szene in “Lost in Translation”, der Regisseur gibt ewig lange Regieanweisungen auf japanisch, Bill Murray schaut verwirrt und die Übersetzung ist dann ein Zweiwortsatz. Es hat nicht mal für ein Foto gereicht.

Sayq Plateau

Nach einer ca. 30 minütigen Fahrt über eine gut ausgebaute Paßstrasse erreichen wir das üppige und faszinierende Plateau, auf dem seit Jahrhunderten Rosen und Granatäpfel auf zum Teil aberwitzig steilen Terrassen kultiviert wurden. Und wieder dieses Wunder der Bewässerung und die meisterliche Beherrschung dieser Kunst, von Generation zu Generation weitergereicht, gerechte Verteilung des kostbaren Wassers unter allen Menschen inklusive – Kooperation erlaubt der Gemeinschaft unter widrigsten Umständen in Wohlstand und Sicherheit zu prosperieren – als zentraler Teil des besonderen sozialen Gewebes dieser omanischen Gesellschaft.

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Dann sehen wir eine gigantische Baustelle an einer sehr exponierten Stelle: der Scheich von Qatar lässt dort ein Sommerdomizil erreichten, what else. Angesichts der schon im März herrschenden Hitze versteht man die Sehnsucht nach dem erfrischenden Bergklima gut.

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Aus den Rosen wird also Rosenwasser gewonnen und wir bekommen Einblick in diese alte Kultur. Rosen und Wasser werden angesetzt, gekocht, destilliert und so weiter. Das Ganze passiert in Rosenwasserküchen, in denen es, ähnlich wie in unsren alten Selchstuben, stinkt. Ich finde überhaupt, wenig riecht so unangenehm wie Rosenwasser. Die Omanis hingegen lieben starke Gerüche und extrem süßliche Parfüms. So brennen sie diversestes Räucherwerk ab, mit dem sie unter anderem auch ihr Gewand einräuchern/parfümieren.

Wüste, Dünen und Kamele

Auf die Nacht im Wüstencamp freue ich mich ganz besonders. Genau an dem Tag, an dem wir in die Wüste fahren, hat der Sommer begonnen, wie uns gesagt wird. Sprich, die Temperatur hat einen massiven Sprung um 6-8 Grad nach oben gemacht, also jetzt 41 Grad anstelle von 34 Grad. Das wirkt sich u.a. so aus, dass wir bei Ankunft im Camp beim Begrüßungskaffe fast kollabieren und nach Wasser lechzen. Omanis lieben es, mit ihren 4wheeldrives die Dünen auf der einen Seite rauf und auf der anderen steil bergab zu fahren und so haben wir ein “dunebashing” gebucht.. wir finden es vor allem eine gute Form, mehr von der Wüste zu sehen, wir haben ja nicht sehr viel Zeit dort.

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Gefühlt fahren wir die Dünen senkrecht hinunter, es ist schön-schrecklich, aber dann steigen wir mitten in der Wüste aus. Es ist unbeschreiblich, ich war noch nie in so einer wunderschönen Sandwüste, in der sich die Dünen unendlich wie Wellen fortzusetzen scheinen. Es ist ein feierlicher, erhabener Moment, ähnlich wie später beim Sonnenuntergang.

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Wir klettern unsre “Hausdüne” hinterm Camp hinauf und von dort sehen wir die Kamele selbständig zum Wasserloch schwanken, das ihnen unser Campchef  gegraben hat, um sich mit den Beduinen gut zu stellen und auch sie am Tourismus teilhaben zu lassen. Diese sehen sich nämlich durch die zunehmende Kommerzialisierung von Wüstencamps bedrängt. In manchen Camps gehts richtig rund, da fahren dann alle mit Squads herum, am Abend gibts Bauchtanzparties und für die Kinder einen Spielplatz, sogar ein Camp mit Pool haben wir gesehen. Wir haben extra das Desert Öko Retreat Camp gebucht, klein, fein und ruhig, mit schönen traditionell aus Ziegenhaar gewebten Zelten.

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Am Abend werden wir von Indern bekocht. Inder und Pakistani machen ca. die Hälfte der Einwohner aus und bauen quasi das ganze Land auf. Sie sind Gastarbeiter und arbeiten eine Saison um dann nach Hause zurückzukehren. Sie dürfen nicht die Tracht der Omani tragen, um sie unterscheidbar zu machen. Sie wohnen in eigenen Vierteln, haben ihre eigenen Restaurants, sitzen in eigenen Cafes, die Araber sind ganz klar die Oberklasse, die Inder/Bangladeshi/Pakistani für die niedrigen und harten Arbeiten zuständig.

Das Essen ist typisch Omanisch, eine herrliche Mischung aus Arabisch/middle East / Indisch und Afrikanisch. Die Omani sind seit jeher eine Seefahrernation und haben Einflüsse aus den “umliegenden” Kontinenten, die sie alle per Schiff erreicht haben, über viele Jahrhunderte in ihre Kultur integriert. Denn am Landweg gehts nicht so unglaublich weiter, da gibt es den Jemen und dann Saudiarabien, nicht unbedingt die besten Freunde der Omani, somit ein ewiger Tanz zwischen allen Stühlen und Interessen.

Der Abend endet mit einem herrlichen Lagerfeuer unter freiem Himmel und netten Gesprächen mit den internationalen Gästen. Wie immer bei diesen Reisen lernt man Menschen aus der ganzen Welt kennen, mit der lokalen Bevölkerung ist der Kontakt nicht so einfach.

Die Nacht im Zelt ist herrlich und kühl – ich wache mitten in der Nacht auf, der Mond ist schon untergegangen und die Sonne noch nicht auf und so sieht man nun den Sternenhimmel in seiner ganzen Pracht.  Der Sonnenaufgang ist magisch (ich weiß kein besseres Wort), die Beduinen gehen in ihren bunten Gewändern ihren Ziegen und Kamelen hinterher, es sieht alles aus wie im Märchen.

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Auf die Kamele

Auch wenns nur einen Höcker hat und man bei uns immer ausgebessert wird, “das ist ein Dromedar, kein Kamel”, ist es doch ein Kamel: denn der Dromedar ist ein einhöckeriges, arabisches Kamel und heißt Camelus dromedarius. Kein Mensch sagt hier jemals Dromedar, sondern einfach Camel!

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So ein Kamelritt durch die Wüste ist zwar so richtig touristisch, aber unser Wüstenchef meinte, das sei sehr OK, weil die Touren von den Beduinen und ihren Kamelen angeboten würden: so bekämen auch sie ein Stück vom Touristenkuchen ab und nicht nur den Lärm.

Die Kamele erwarten uns schon und sind in Topform, sehr gepflegt (im Camp wurde geredet, dass die Kamele in Dubai stinken, weil sie von Indern gehalten werden, die keine Ahnung von Kamelen haben und diese nicht genug waschen und füttern.. oft hört man diesen leicht abschätzigen Unterton, die Inder sind als Schlitzohren verschrien, von denen man keinesfalls Weihrauch kaufen soll und die in ihren Restaurants gestorbene(!) nicht geschlachtete Hühner verkochen und so weiter.

Der Ritt durch die Wüste ist wie ein Traum, wir schaukeln von einer Düne zur nächsten und die Landschaft zieht ganz gemächlich an uns vorbei. Mein Kamel hat einen Narren an Christian gefressen, bei jeder Gelegenheit schmiegt es sich in seine Hand hinein und lässt sich kraulen und streicheln –  ich kanns verstehen 🙂

IMG_2416Bergab am Kamel ist eine gewisse Herausforderung: das Kamel beugt sich ruckartig nach vorne, sinkt dann noch in die Düne ein und durch die langen Beine ergibt sich dann ein ziemlich weiter Schaukelradius. Wir werden von unserem Guide instruiert: nach hinten lehnen, mit einer Hand festhalten und mit dem Handballen der anderen Hand gegenhalten. Man versteht jetzt, warum Kamele auch “Wüstenschiffe” genannt werden. Nach einer Stunde sind wir beim Camp und froh, wieder absteigen zu können und auch die Kamele wirken erleichtert, dass sie die schwere Last los sind. Obwohl Lasttiere mögen sie Lasten wahrscheinlich nicht besonders, wieso auch.

Außerdem sind die Kamele bequemer und verwöhnter geworden als früher, sagt man: das machte einem jungen Team bei einer Durchquerung der Rub al-Chali, der größten Sandwüste der Welt, völlig unerforscht und extrem unzugänglich, das Leben schwer: sie wollten die Erstdurchquerung der 1930er Jahre wiederholen, hatten dafür auch Kamele des Königshauses zur Verfügung gestellt bekommen, die allerdings einen gemütlichen und luxuriösen Stall und regelmäßiges Futter gewohnt haben. Die Kamele haben immer wieder gestreikt, sind einfach nicht weitergegangen. Kamele sind sehr eigenwillige, charakterstarke und manchmal auch gefährliche Tiere (sie können Menschen im Schlaf erdrücken) und offensichtlich eben auch nicht mehr das, was sie mal waren.

Wadis – im Paradies der Paradiese 

Wadis sind der Inbegriff des 1001 Nacht Wunderparadiesortes.. wenn man sich das Morgenland ausmalt, dann vielleicht so: Palmenhaine, türkises Wasser, tropische Blumen, sandfarbene Canyons, lauschige Schattenplätze an denen man die Füße ins Wasser baumeln lassen kann und all das inmitten einer relativ kargen und trockenen Landschaft. Wadis sind wie gesagt fast trockene Flussbetten, die sich bei Regengüssen in kürzester Zeit zu reißenden Springfluten entwickeln können. In unserem Fall war die Gefahr sehr gering, jeden Tag Sonne und 35 Grad+ so weit die Wetterapp reicht. Manche Wadis haben stabile Wasserstellen: diese sind teilweise nur durch einen längeren Fußmarsch erreichbar und es ist heiß, sehr heiß. Unvergesslich dann der Moment, in dem man ins Wasser eintaucht und die natürlichen Kanäle entlang schwimmt, manchmal wieder ein Stück Flußaufwärts geht, bis zum nächsten “See”.

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Wir waren im Wadi Bani Kalid und im Wadi Shab. Für das Wadi Tiwi hätten wir wieder mal 4-wheel drive gebraucht, aber es waren so unendlich viele SUVs auf dieser kleinen Straße unterwegs, dass wir uns nicht vorstellen wollten, wie es dann im Wadi ist – übervoll. Das Wadi Bani Kalid ist auch sehr gut mit dem Auto zu erreichen, deswegen ebenfalls sehr überfüllt. Alle wollen in der Wüste baden gehen und es ist auch faszinierend. Was ich allerdings nicht verstehe:  obwohl überall sind Schilder mit:  “bitte keine Bikinis sondern Badeanzüge” aufgestellt sind, sind wir fassungslos Zeugen wie fast alle (westlichen) Frauen Bikinis tragen, einfach so und völlig ungeniert. Die Omanis sind ohnehin sehr gastfreundlich und großzügig und sehen darüber hinweg, in Saudi Arabien wäre das alles ohnehin undenkbar. Aber die Touristen sind völlig unsensibel und gnadenlos: sie verstehen nicht, dass diese Art der Kleidung einer echten Beleidigung und einer großen Respektlosigkeit gleichkommt.

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Das Wadi Shab führt in eine Höhle, in die man hineinschwimmend kann, unfassbar beeindruckend. In der Höhle sind Seile angebracht und die jungen Omanis und mutige Touristen klettern hinauf und springen entlang des Wasserfalls hinunter. Das Wasser ist azurblau und himmlisch. Vor dem Höhleneingang ist ein tiefer See mit extrem steilen Felsen auf beiden Seiten. Dort haben die Red Bull Cliff Diving World Series Finals 2012 stattgefunden. Die Omanis sind sehr stolz darauf und erzählen es jedem, der es hören will. Es ist auch wirklich großartig dort.

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Erste Nacht im Zelt 

Campen ist vor allem bei den jungen Omanis sehr en vogue. Beim Campen in der freien Natur ist noch die Begegnung mit der eigenen Beduinennatur möglich – überall darf man im Oman campen, außer es ist ausdrücklich verboten. Am beliebtesten sind die Berge, die Wadis und der Strand. An einen ebensolchen begeben wir uns, ein riesiger weißer Sandstrand bei Al Ashkharah, der Vollmond geht auf und ich fühle mich wie nicht von dieser Welt. Wir sind alleine, denn es ist ein Mittwoch, also noch nicht das arabische Wochenende. Im Gestrüpp hinter dem Strand finden wir jede Menge Campingmüll, an den Wochenenden geht es hier rund. Im Sand sind Autospuren, die Omanis fahren mit ihren 4wheeldrives überall hin.

 

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Wir bauen als das Zelt auf und fühlen uns mutterseelenallein, ich finde es ein bißchen unheimlich. Wir gehen noch in eins der vielen pakistanischen Lokale essen und bekommen um 6 Euro ein herrliches Menu mit Salat, Brot, Curry, Reis, Gemüse und Wasser, oder allgegenwärtiges Lemon-Mint Juice.

Danach sind wir dann so müde, dass wir sofort einschlafen.. es ist zwar seltsam in so einem Plastikzelt auf einer aufblasbaren Plastikmatte zu schlafen aber die Tage sind so anstrengend, dass ich richtig gut schlafe.

Herrlich, gleich nach dem Aufwachen direkt ins Meer zu laufen und sich nachher mit Süßwasser zu übergießen – eine hervorragende Verwendungsform der vielen Wasserflaschen, die im Auto in der Sonne heiß geworden und nur mehr zur Not trinkbar sind.

Am nächsten Tag geht es weiter die Küste entlang, wunderschöne Strände und Fischer, die uns zum Cafe einladen..

 

Am Strand – da gibts koa Sünd

Auch die nächste Nacht wieder im Zelt, wir sind ja nun an der Küste, es gibt wenige Unterkünfte und die Strände sind sehr einladend für eine weitere Nacht. Kurz vor Sonnenuntergang erreichen wir nach einem langen, heißen Tag den White Beach. Der Tag hat uns nach Ras Al-Hadd, dem Riesenschildkrötengebiet wo sich der Golf von Oman und der indische Ozean treffen, bis nach Sur, der Küsten- und Fischerstadt und das erwähnte Wadi Al Shab geführt.

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Es ist Donnerstag und das Wochenende Freitag/Samstag beginnt. Ursprünglich war es Donnerstag/Freitag, aber in Anpassung an den Westen wurde es verlegt. Der Strand füllt sich mit wenigen Touristen und vielen Omanis, die regelrechte Wagenburgen bilden und dazwischen zum Teil riesige Profizelte und Grillplätze aufbauen. Aus den Autos kommt laute Popmusik und später tanzen dann die jungen Omanis dazu, Männer und Frauen gemischt, alle unverschleiert, fast freizügig. Hier sind sie unter sich, wir haben bis jetzt noch kaum unverschleierten Frauen gesehen, außerhalb der Hauptstadt Muskat.

Wir lernen Faris und Medienn kennen, zwei Freunde, die das Leben genießen wollen. Sei sind professionell ausgestattet mit Campinglichtern, Grill, Kühltruhe, Teppichen, Tische, Sessel, Betten. Sie laden uns ein, mit ihnen Lammfleisch aus eigener Tierhaltung zu essen (recht zäh) und dann wird getrunken: ein eiskaltes Bier nach dem anderen, Medienn leert gefühlt eine halbe Flasche Tequila in einer halben Stunde. Das Bier schmeckt herrlich, aber wir sind doch verwirrt: angeblich ist es ja streng verboten, in der Öffentlichkeit Alkohol zu trinken. Medienn, Mitarbeiter des Innenministeriums, grinst gelassen: “I have a license”.

IMG_8357Die beiden erzählen aus ihrem Leben, Faris ist geschieden und will derzeit von Frauen nichts mehr wissen, will sein Leben genießen “man lebt nur einmal”, den diesjährigen Ramadan will er in Thailand in einer Bar verbringen, denn da ist es im Oman nur heiß und langweilig. Ab dem Zeitpunkt zählen wir zu seinen besten Freunden, friends forever. Ein französisches Paar, das sich auch dazu gesellt hat, verabschiedet sich wieder und Faris ist fassungslos, dass wir keine Kontaktdaten austauschen, wo wir doch jetzt Freunde sind, weil wir zusammen um einen Tisch gesessen sind, gemeinsam Brot und Lamm gegessen haben und noch dazu aus Europa sind.

Jemen, der Krieg und der Tourismus

Faris fährt gerne in den Jemen, er sagt, es ist dort noch schöner als im Oman und die Menschen dort seien absolut “lovely”. Sie leiden entsetzlich unter dem Krieg, der in Wirklichkeit zwischen dem Iran und SaudiArabien im Jemen ausgetragen wird. Sie haben kaum zu Essen, die Menschen haben Faris um Essen angefleht. Es klingt herzzerreißend. Das Unbehagen, gemütlich Urlaub zu machen, während die Menschen im Nachbarland hungern, ist natürlich auch nicht sehr hilfreich: ist es weniger schlimm, wenn man weiter weg ist? So trägt man immerhin zur Stabilität in der Region und zum Wohlstand der Leute bei.

Umso wichtiger ist die Stabilität des Oman, der sich gerade öffnet und ein alternatives Modell darstellt. Sultan Qabus hat es mit großer Klugheit und Entschlossenheit geschafft, die 300 Stämme des Oman zu befrieden und zu vereinen, unter anderem indem er mit Öl- und Gasgeld eine aufgeblasene Administration finanziert, die den Menschen Arbeit gibt. Der Tourismus ist nun die zweite Säule des Einkommens und wird sehr bewusst entwickelt und gefördert, auch wenn die Touristen zum Teil eine Zumutung für die Bevölkerung sind – aber wo sind sie das nicht. Aber sie stellen eine wichtige und immer wichtigere Einnahmequelle dar und helfen, in dieser Region der Welt neue Impulse zu setzen.

Und so begegnen uns die Omanis auch: mit offenen Armen und Herzen, wir hoffen, es bleibt so, auch wenn die Touristen mehr werden. Das relative hohe Preisniveau hält den Massentourismus noch ab, Salalah im Süden entwickelt sich dagegen zur Billig-All-Inclusive Destination, und wird von Billigfliegern direkt angeflogen. In der Gegend um Muskat hingegen sind viele 5 bis 6 Stern Ressorts in Planung und im Bau: zum Teil werden ganze Berge und Felsblöcke weggesprengt um Platz für die Riesenluxusressorts zu schaffen, Dörfer wurden umgesiedelt umgesiedelt, wie im Falle des Hotels Ritz-Carlton Al Bustan. Ich sehe das sehr ambivalent, die Bevölkerung vermutlich auch.

Brunch im El Chedi

Nach zwei Nächten im Zelt habe ich Lust auf etwas Luxus. Der Reiseführer empfiehlt an Freitagen zum Brunch in eines der zahlreichen Luxushotels in Muscat zu gehen.

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Wir bekommen noch einen letzten Tisch im berühmten El Chedi, im Stil eine Mischung aus omanischem und asiatischem Baustil, sehr exklusiv und edel. Das ist nach meinem Geschmack, diese Mischung aus Nacht im Zelt und Brunch im Edelschuppen, das macht Spaß. Wir bleiben 4 Stunden dort und genießen die Dunkelheit und Kühle während es draußen glühend heiß und gleißend hell ist. Das Essen ist phantastisch und wir freuen uns über den guten Cappuccino, Sushi im Überfluss und einem herrlichen warmen Schokoladekuchen.

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Die große Sultan-Qabus Moschee – wenn man an der Fashion Police scheitert

Ich habe mir für den Besuch der großen Moschee ein schönes, sauberes, weißes Leinenhemd aufgespart, lange Ärmel, denn die Bekleidungsvorschriften heißen, dass der Körper bedeckt sein muss. Trotzdem scheitere ich an der Fashionpolice: zu durchsichtig, man würde Haut durchschimmern sehen und so muss ich mir eine Burka ausleihen. Sie ist so heiß und unbequem wie sie aussieht. Ich fühle mich ganz eigenartig, als hätte man meine Identität ausgetauscht. Man fühlt sich so unsichtbar, das hat auch was seltsam Wohliges, ich bin aber froh, das heiße Ding wieder loszuwerden, danach.

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Die Moschee ist natürlich gewaltig, am Teppich wurden zwischen 10 und 30 Jahren gewebt, je nach Quelle, die Luster sind mit Swarovski Steinen bestückt und in der Moschee befinden sich Mitarbeiter des islamischen Zentrums, die uns in Gespräche über den Islam verwickeln und unsere Fragen beantworten. Es ist an sich nicht üblich, über Religion zu sprechen, schon gar nicht mit Ausländern, aber die Omanis nutzen diese Gelegenheit, Aufklärungsarbeit zu leisten. Es ist interessant, mehr darüber zu erfahren: zum Beispiel kann jeder, der etwas zu sagen hat, die “Predigt” übernehmen, das Gebet sollte so oft wie möglich in Gemeinschaft absolviert werden, und immer eine Person übernimmt die “Leitung”, auch wenn man nur zu zweit betet.

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Maskat, Ruwi und Mutrah

Maskat besteht aus verschiedenen Teilen, die durch Berge getrennt und mit breiten Stadtautobahnen verbunden sind und hat genau deshalb eine sehr besondere Anmutung der Weitläufigkeit und Offenheit. Wir wohnen in Ruwi, einem quirligen bunten Viertel das vor allem von Pakistani und Indern bewohnt wird. Unser Hotel hat einen Pool am Dach, der einen gigantischen Ausblick über die Stadt und in die Berge bietet.

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Mutrah ist einer der ganz wenigen alten erhaltenen Stadtteile, die noch einen eigenen Charme mit kolonialen Handelshäusern und einem alten Soukh haben.  Der Fischmarkt von Mutrah ist unbedingt sehenswert, dort gibt es richtig richtig viele Fische, Arten, die ich noch nie gesehen habe. Gleich ums Eck werden sie dann gegrillt und Gemüse geschmort, dazu Salat, sehr herrlich.

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Im Soukh von Mutrah

Im Soukh vermischen sich viele Gerüche. Die Omanis mögen nicht nur Weihrauch sondern alle Arten von Räucherwerk und Düften, je süßlicher, desto lieber, das trifft nicht jedermanns Geschmack. Faszinierend ist der Weihrauchsoukh, in dem der berühmte Omanische Weihrauch aus dem südlichen Salalah in Kilosäcken in unterschiedlichen Qualitäten verkauft wird: Der Baum wird angeschnitten und Weihrauch ist das Harz, das der Baum zur eigenen Heilung produziert. Die erste Ernte ist die schlechteste Qualität, dunkel und in kleinen Stücken, die üblicherweise in Europa in den Handel kommen. Diese braunen Brösel, die wir hier bei uns kennen habe ich dort nicht mal gesehen. Danach produziert der Baum weiter und weiter und mit jeder Ernte wird der Weihrauch heller und hochwertiger. Die beste Qualität ist weiß/grün, rein, und kommt in oft fingergroßen tropfenförmigen Stücken vor. Sie wird vor allem für medizinische Zwecke genutzt, da Weihrauch Bakterien, Viren und Pilze bekämpft und stark entzündungshemmend wirkt. Man nennt es auch natürliches Kortison. Weihrauch wird neuerdings in der Bekämpfung von Hirntumoren eingesetzt, da es die Bluthirnschranke zu überwinden in der Lage ist und stark abschwellend wirkt. Es gibt große Hoffnungen in der Forschung, so soll er auch bei anderen Krebsarten wirken, da er die Krebszellen zerstört und die gesunden Zellen schützt und stärkt. Ein echtes Wundermittel: diese stark entzündungshemmende Boswelliasäure kommt nur im Weihrauch vor.

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Die Omanis essen den Weihrauch pur oder lösen ihn im Wasser auf und trinken ihn: das hilft auch bei Magenproblemen und Darmentzündungen. Seit dieser Reise nutze ich Weihrauch in unterschiedlichsten Varianten: ich verdünne Weihrauchöl in Wasser und trinke es, spüle mir den Mund aus und nutze es als Gesichtswasser zur Reinigung. Außerdem mischen wir es mit Arganöl, das wir in Marokko kennengelernt haben und erzeugen daraus unser Wunderöl.

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Beeindruckend ist auch der Goldsoukh: die vielen kleinen Geschäfte sind übervoll mit Menschen, die die kunstvoll geschmiedeten Schmuckstücke begutachten, riesige Ketten, die vor allem Statussymbole und Geldanlage sind. Wir lernen dass der Preis rein nach Gewicht des Goldes geht, völlig unabhängig vom Design.

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Christian lässt sich beim Barbier den Bart stutzen und der freundliche junge Mann fragt mich, ob ich ein Peeling möchte.. ich denke, ja, fein, warum nicht, ich lasse mich auch verwöhnen. Dann beginnt eine schmerzvolle Prozedur, in der mir der indischstämmige Barbier mit einem Faden geschickt jedes einzelne Gesichtshaar ausreißt. Ich wusste gar nicht, dass ich so viele Haare im Gesicht habe, es hat wirklich weg getan. Aber mit einem halbglatten Gesicht wollte ich dann auch nicht gehen. Die Belohnung war ein babyglattes Gesicht, aber jetzt ist Juni und die winzigen Gesichtshaare sind alle wieder da.

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Von Christian sind die Omanis um einiges mehr angetan als von mir: er würde ihrem allgegenwärtigen und geehrten Sultan Qabus ähnlich sehen und die Verkäufer im Soukh verkleiden ihn dann noch, es ist echt komisch, da ist eine Ähnlichkeit 🙂

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Boot, Meer und nochmal Strand

Wir mieten uns einen Fischer und sein Boot um die Küste vor Muskat zu erforschen. Sie ist unglaublich beeindruckend, der Strand hat feinsten Sand und die Farbe des Wassers ist türkis und karibisch.

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Im Wasser allerdings beginnt etwas zu brennen und ich stelle fest, dass im Wasser Quallen schwimmen – auch am Strand blitzen die Quallen wie Kristalle aus dem Sand und es sieht nicht einladend aus.

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Bei Sonnenuntergang finden sich Omanis am Strand ein und sehen sehr schmuck aus in ihren Dishdashas, dem traditionellen, langen, oft weissen Gewand und der Kummah, der runden Kopfbedeckung.

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Musandam: Was wir nicht gesehen haben!

Musandam ist eine Exklave, die durch die VAE vom Rest des Oman getrennt ist. Es wird das Norwegen Arabiens genannt, wegen seiner beeindruckenden Fels- und Scherenküste. Man mit den Delphinen schwimmen und mit Booten die Cliffs erkunden, die Bilder sind grandios. Wir entscheiden uns aber, die letzten Tage in Muskat zu bleiben und die Umgebung anzusehen, ins großartige Nationalmuseum zu gehen – ein must! -, im Soukh zu verweilen und noch ein paar Oasen mit Burgen zu besuchen.

Nach 10 Tagen steigen wir wieder ins Flugzeug und kommen nach Wien zurück, voll mit wunderbaren Eindrücken, Wärme und Licht.

 

 

 

 

 

 

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