Über Liebe in Organisationen

Ohne Liebe ist alles nichts

Lieben und geliebt werden ist das wesentliche Grundbedürfnis aller Menschen. “Ohne Liebe ist Alles Nichts” sagt mir der Sinnspruch auf dem Schild im Blumengeschäft. Und ich sage: Ja, ohne Liebe ist Alles Nichts. Ja, sogar und auch und vor allem in Organisationen.

Denn Unternehmen ohne Liebe, ohne Herz sind kalt und herzlos. Die Produkte sind lieblos, die Menschen sind nur dort, weil sie müssen, es fühlt sich leer und kalt an. Was soll man von so einer Organisation erwarten? Was soll auf diesem Boden Gutes wachsen, gedeihen, prosperieren? Und nein, man kann es nicht ersetzen durch Benefits, bunte Möbel und sonstige Formen von Ersatzliebe. Wenn Menschen etwas fühlen, dann ist es der Unterschied zwischen echter und gespielter Zuwendung, von echter oder vorgegaukelter Liebe.

Jean-François Zobrist, ehemaliger CEO der Französischen Produktionsfirma FAVI, war der erste Manager, der das Thema Liebe explizit als Prinzip seiner Führung erwähnt hat (hier der Post dazu). Er ist davon überzeugt, dass Vertrauen und Liebe eine wesentliche Basis für Erfolg und Erfüllung ist. “We have to earn the love of our clients”. The Love.

Es geht es also um Liebe in Unternehmen

Und zwar nicht um Liebe zum Unternehmen, oder Liebesaffären zwischen Mitarbeitern, sondern um die Qualität von Liebe im Alltag, im Miteinander. Gerald Hüther, Hirnforscher und Vorstand der Akademie für Potentialentfaltung, spricht von Liebe als dem Wunsch, dass sich das Gegenüber entwickeln und entfalten kann. Die Welt wäre besser, wenn Menschen einander nicht “fertig machen, sondern helfen und unterstützen”.

Ja, was wäre das für eine Welt? Was wäre das für eine Organisation, in der sich die Menschen, unabhängig der Rollen die sie bekleiden, würdig als gleichwertige Wesen begegnen würden. Wenn sie den anderen nicht direkt lieben würden (das ist etwas viel verlangt), sondern einander in einer Qualität von Liebe begegnen würden?

Wärme oder Kälte

Ich habe den Eindruck, dass ich diesen Unterschied in Organisationen spüren kann: herrscht hier eine Atmosphäre von Herzlichkeit und Wärme? Herzenswärme? Wohlwollen und gegenseitiger Unterstützung? Von echter Wertschätzung? Ehrlichem Interesse an einander und der Freude an gegenseitiger Entwicklung?

Oder ist das ein Ort der Kälte, der Angst, des Desinteresses in der Menschen reine Objekte sind, ein Ort ohne Würde?

Die meisten Unternehmen sind natürlich Mischorte. Es gibt alles gleichzeitig und auch an den trostlosesten Orten gibt es Nischen von Wärme und Freude. Dennoch gibt es einen unterschwellige Klangteppich, der von Wärme und Liebe oder Kälte und Angst geprägt ist. Ich selbst ertrage es nicht, lange an Orten zu sein, die kalt und leer sind, und wir können deutlich sehen, dass Unterschiedliches gedeiht an diesen Orten.

Ich beginne darüber zu sprechen, langsam, vorsichtig

Kann man Liebe in einen Menschen hineinbringen? Nein, aber man kann sie zum Vorschein bringen.

Seit ich beginne, das Thema “Liebe” mit Führungskräften zu thematisieren (vorsichtig aber doch), blühen sie auf. Ja, genau das fehle, sagt mir ein Eigentümer über seinen Geschäftsführer. Ob man das in jemanden reinbringen könne? Nein, Liebe zu zeigen, zu geben, sich liebevoll zu verhalten, das ist kein Tool, nichts, das man sich antrainieren oder anschaffen könnte. Aber man kann achtsam die Fähigkeit in sich kultivieren, da bin ich mir sicher, wenn man will, wenn es den Wunsch gibt. Denn Liebe ist unendlich, sie wird nicht weniger sondern mehr, sie ist ähnlich wie Energie, unerschöpflich, überall verfügbar, jeder nimmt sie auf, gibt sie ab und reicht sie weiter.

Liebe in Unternehmen suchen und kultivieren 

Liebevolle Unternehmen sind besser, erfolgreicher, nachhaltiger und kreativer, dessen bin ich mir sicher. Deswegen sollten wir nicht so tun, als ob Liebe in Unternehmen nichts zu suchen hätte, ganz im Gegenteil. Lasst uns Liebe bewußt in die Unternehmen tragen, sie dort säen, suchen und finden, verstärken und kultivieren.

 

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